Swirl dich durchs Leben!

Text: Christian Grass

Picture-Telling: Bruno Roeder


 

Henriette Klatschkow ist ein „zauberhaftes Frauchen", wie ihre beste Freundin, Christine, weiss. Zauberhaft, weil sie alleinerziehende Mutter von zwei minderjährigen Kindern ist, gleichzeitig eine talentierte Modezeichnerin sein möchte und tatsächlich eine „umwerfende Freundin" abgibt. Henriette steht ihren Mann. Immer und in jeder Lebenslage. Und beim gemeinsamen Kaffeeklatsch jede Woche dienstags im „Café Hero" beeindruckt Henriette bei einem grossen Stück Himbeerkuchen mit ordentlich Rahm drauf, mit innovativen Haushaltstricks und Tipps: „Schon gewusst, Christine, dass du die Sirup-Flecken auf den T-Shirts deiner Kids am besten mit Rasierschaum rauskriegst?" Dann staunt Christine mit offenem Mund lange und schliesst ihn erst wieder, um sich einen Mini-Windbeutel in den Mund zu stecken. „Echt?"

 

Vergangenen Dienstag dann, als ihnen Giovanni Faccaccione, der attraktive Inhaber des „Café Hero" ein Glas eiskalten Prosecco offerierte, verdrehte Christine plötzlich ihre Augen und begann ein lautes Lamento, das sich mindestens genauso entsetzlich anhörte, wie der Lärm ihres neuen Akkustaubsaugers: „Meine Vampyrette mit Standarddüsen macht mich irre, liebe Henriette. Dieses Teil saugt gar nicht gründlich und die vielen Lockenhärchen meiner Pudeldame Kleopatra bringe ich aus keiner einzigen Ritze." Henriette beäugte ihre Freundin skeptisch und stach sich dann ein extra grosses Stück Kuchen ab: „Was musst du auch immer jeden modernen Firlefanz mitmachen, Christinchen! Beim Staubsaugen hört sich der Trend-Setting-Spass endgültig auf. Da geht`s doch um so viel mehr, als nur ums Saugen." „Echt? Erzähle…"

 

Henriette Klatschkow behauptet gerne und vor jedem Zuhörer lautstark, dass sie eine wahre Expertin für Hausputz sei: „Das Reinemachen der vier Wände beherrsche ich wie niemand sonst, - und, ich habe richtig Spass dabei." Für Henriette ist der wöchentliche Grossputz ihrer viereinhalb-Zimmer-Wohnung nämlich eine akrobatische Herausforderung, Fitness, Kraftsport, Geschwindigkeitstest und Hatha Yoga zugleich. Sie weiss, warum sie gründlich putzt: „Die Wohnung muss nicht nur glänzen, sondern sie muss frei von Feinstaub sein; der nämlich, liebe Christine, löst grauenhafte Allergien und Asthma aus. Wenn ich nur daran denke, meine beiden süssen Kids würden von Milben und anderem Krabbelgetier und obendrein von Feinstaub in der Wohnung verfolgt und geplagt werden, nur weil ihre Mami mit irgendeinem kabellosen Akku-Teil durch die Wohnung düst, - ich würde mich nicht mehr im Spiegel ansehen wollen." Und das will was heissen, wo sich doch Henriette fürs Leben gerne ausgiebig vor dem Spiegel schminkt und frisiert und zurechtzupft.

 

Für Henriette Klatschkow ist das Staubsaugen die Kür der Haushaltspflicht. Sie besitzt einen ansehnlichen Schlittensauger mit langem Kabel, den sie in einem ausladenden Putzschrank aufbewahrt. Sie besitzt auch die für sie einzig und alleingültigen Staubsaugerbeutel von Swirl, die in selbem Schrank gehortet werden. Und sie trägt eine genauso einzigartige Putzkleidung, die aus einer knallroten Leggins und einem weissen T-Shirt mit der Aufschrift „Hier putzt Ms. Swirly" besteht. „Weisst du, Christine, jetzt mal offene Worte unter uns Frauen: wir beide wissen doch ganz genau, dass uns die Werbung noch so viel über diesen futuristischen Schnickschnack der Staubsaugerwelt erzählen kann, aber unter 900 Watt in der Hand, machts doch gar keinen Spass! Ich muss die Kraft meines meines Saugers spüren, seinen Sound hören und wissen, dass da was geht, egal ob auf Polstern, zwischen Ritzen, auf dem Teppichboden, auf Hartböden oder auf Treppen oder gar unter meinen Betten. Und ich muss wissen, das Ganze läuft sauber ab, ohne sich die Hände wirklich schmutzig zu machen oder Brechreiz beim Anblick der eingesaugten Partikel in irgendeinem Behälter zu bekommen. Wenn gründlich, dann richtig gründlich und dann auch nur und ausschliesslich mit einem Swirl."

 

„Aber Henriette, Swirl produziert doch gar keine Staubsauger, oder habe ich da was verpasst?"

 

„Nein Christine, das leider noch nicht. Obwohl, wer weiss, vielleicht geschieht das ja eines Tages. Ich würde aber nur den Sauger kaufen, der top saugt und in dem gleichzeitig die Swirl-Beutel Platz haben. Saugen ist so was wie eine Ehe, musst du wissen. Die besteht ja in der Regel auch aus Frau und Mann, zumindest aber aus zwei lustigen Partnern, nur dann ist es ja eine richtige Ehe. Und Staubsaugen können Frau und Mann eben auch nur wirklich perfekt und feinstaubfrei, wenn Sauger und Swirl eine Einheit bilden."

 

„Echt?"

 

„Klar. Deshalb mein Tipp: Swirl dich durchs Leben, Christine! Das heisst, sauge was das Zeug hält! Das tut deiner Linie gut, hält dich fit und deine Pudeldame Kleopatra darf sich ab sofort haaren so viel sie will. Im Swirl-Beutel juckt das doch niemanden mehr."

 

„Toll. Danke dir, Henriette. Genial. Swirl dich durchs Leben! Das mache ich ab heute auch."

 

„Giovanni, bitte noch zwei eiskalte Prosecco für uns Swirl-Ladies." Henriette steht eben ihren Mann. Immer.