Die Agenda Feldschlösschen - Mensch, Du bist mir wichtig…

Text: Christian Grass

Picture-Telling: Bruno Roeder


 

Veränderung bestimmt das Überleben der Unternehmen. Der alte Kapitalismus mochte es schnell und schmutzig. Die Wissensökonomie hingegen ist eine Ausdauersportart. Heute brauchen Unternehmen den Menschen nicht mehr als Teil der Maschine sondern langfristig als selbständig denkendes und entscheidendes Individuum. Der Mensch rückt wieder ganz in den Mittelpunkt. Die Schweizer Traditionsbrauerei Feldschlösschen in Rheinfelden, schrieb eine Agenda, die Mensch und Umwelt erhalten will. Und schützen. Dies gilt in besonderem Masse auch für jeden einzelnen Mitarbeiter: „Zero Accident“ lautet das neue Motto der Brauerei.

 

Das Beziehungsgeflecht zwischen Angestellten und Arbeitgeber gilt bisweilen als strapaziert. Das ist ein alter Hut. War immer so. Anfangs freute man sich über einen neuen Job, und schon ging‘s bergab: der Chef ist ein Untier, die Mitarbeiter Egoisten und Faulenzer, die Arbeitssituation nur so o-la-la. Was die gute Luft, die gute Stimmung in einem modernen Unternehmen wirklich ausmacht, ist die Gefühlsbande zwischen Chefetage und Mitarbeiter. Fühlt sich der Mitarbeiter angenommen, ernst genommen und umsorgt, wird er sich stark mit Mensch, Aufgaben und Zielen im Unternehmen identifizieren. Mehr leisten. Mehr Altruismus beweisen. Mehr selbständiges Denken verantworten.

Dieses Wissen um das Wohl des Mitarbeiters ist für die Feldschlösschen Getränke AG eine Agenda wert. Ein neuer Leitfaden, der Mensch und Umwelt in den Vordergrund aller Handlungen stellt. Nur Umsatzsteigerung und Produkte auf dem Plan zu haben, ist bei weitem zu wenig.

 

„Wir möchten dafür sorgen, dass alle unsere Mitarbeiter morgens gesund zur Arbeit kommen und abends gesund nachhause gehen", berichtet Andreas Schmid aus der Unternehmenskommunikation der Brauerei Feldschlösschen. Doch wie er es sagt, macht wohl den Unterschied: Gefühl liegt in seiner Stimme, auch Nachdruck.

Das Bierbrauen birgt nämlich Gefahren. Ob beim Umgang mit schweren Fässern, ob als Fahrer im LKW oder als Brauer im Gärkeller, der mit hoher CO2-Konzentration umgehen muss: Die Bewusstwerdung der Mitarbeiter über die Gefahrenpotenziale ist ein hohes Ziel der Unternehmensleitung.

 

Alle Beschäftigten in Rheinfelden, die auf einem herrschaftlichen Schlossgelände seit dem Jahr 1876 Bier für die Schweiz brauen, wurden durch eine Initiative des Unternehmens darauf hingewiesen, Sichtbänder an Beinen und Oberarmen zu tragen. Nicht nur privat bei Dämmerung oder im Winter, sondern stets auch auf dem Gelände der Brauerei. Der Ton, ob visuell oder akustisch, bleibt stets freundlich, auch dann, wenn die Brauerei für viele Mitarbeiter einen Stolperparcours organisiert, der Arbeitende darauf aufmerksam macht, dass aus „Stolpersteinen" Hindernisse werden können, die wir gar geschickt abfangen und ausbalancieren können. Eine Erfahrung, die übrigens dem gesamten Leben eines Menschen zugutekommen kann.

 

„Der Hinweis auf Gefahren gilt heute als Konzentration auf das Wesentliche, wenn es um das Wohl der Mitarbeiter geht", unterstreicht Andreas Schmid. Gefahr bedeute auch das Modewort „Stress“. Die Veränderung der Menschen, im Zeitraffer des Übergangs von einer Industrie- zu einer Service- und Wissensgesellschaft betrachtet, brachte vor allem ein Phänomen zutage: Ungeduld. Stets haben wir das Gefühl, irgendwie zu kurz zu kommen. Unser Leben entwickelt sich zu einer Ansammlung von Forderungen, günstigen Gelegenheiten und Schnäppchen. Wenn Ungeduld jedoch die Bande zwischen Chefetage und Mitarbeiter wird, dann entstehen beiderseitig Gefühlsebenen, die sich zwischen Aggression, Eitelkeiten oder Lethargie abspielen. Diese Gefühle versetzen Menschen in jenen negativen Stress, der gefährlich und gesundheitsbedrohlich werden kann.

„Stress" hat meist nichts mit einer profunden Arbeitsüberlastung zu tun, denn mit der mentalen Einstellung zur eigenen Tätigkeit, zu Kollegen und dem Unternehmen, weiss Robert Hare, weltbekannter Arbeitspsychologe aus Vancouver, Kanada.

 

Auch beim Thema „Stress" denkt die Brauerei Feldschlösschen einen Schritt weiter, indem sie anders darüber denkt. Wissenschaftlicher, gewiss. Doch vor allem menschlicher. Es geht immer um die Zukunft, immer um den Erfolg des Unternehmens. Und wenn es genau darum geht, dann geht es in Rheinfelden gleichzeitig und ebenbürtig um den Menschen. Den eigenen Mitarbeiter. Jenen, der bis hin zu den kleinsten Tätigkeiten in der Brauerei nicht irgendein Zähnchen im Getriebe eines grossen Traditionsbetriebes ist, sondern ein wertvoller Mensch, der an jedem Morgen gesund zur Arbeit kommen und abends gesund nachhause gehen soll.

 

Mehr Informationen zu dieser Meldung unter: PROJEKTE oder direkt bei Andreas Schmid, Communication Manager, Feldschlösschen Getränke AG.